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1. Worum geht es bei dem Konflikt in Schluttenbach?
Der Konflikt in Schluttenbach dreht sich um die Planung eines großflächigen Neubaugebiets namens „Lange Straße Nord“.
Die Bürgerinitiative Lange Straße Nord (BI-LSN) protestiert entschieden gegen die aktuellen Baupläne der Stadt Ettlingen. Die BI-LSN kritisiert die geplante, massive Verdichtung des Gebiets, die mangelhafte Infrastruktur- und Verkehrsplanung sowie die Intransparenz des Prozesses. Sie fordert eine Korrektur der Planung, hin zu einem maßvolleren, nachhaltigeren und bürgerfreundlicheren Ansatz.
2. Was sind die Hauptkritikpunkte der Bürgerinitiative Lange Straße Nord (BI-LSN)?
Die Hauptkritikpunkte der BI-LSN sind vielfältig:
Bevölkerungswachstum: Es wird ein Zuzug von bis zu 450 Neubürgern befürchtet, was einer Steigerung der Dorfbevölkerung um rund 50% entspräche.
Überdimensionierung und Verdichtung: Die geplante Bebauung mit 62 Wohneinheiten, davon etwa 43 im Geschosswohnungsbau und 7 dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern, wird als völlig untypisch für den dörflichen Charakter Schluttenbachs angesehen. Dies steht im krassen Gegensatz zum FNP 2010 (keine Wohneinheiten im städtischen Stil) und dem FNP 2030 (9-10 Wohneinheiten im urbanen Stil).
Fehlende Infrastruktur: Es sind keinerlei Investitionen in der Nahversorgung oder dem öffentlichen Nahverkehr vorgesehen, was die BI-LSN als unzureichend empfindet.
Unzureichende Verkehrsplanung: Die geplanten Maßnahmen wie Einbahnstraßen und lediglich 13 neue Parkbuchten werden als realitätsfern und zu wenig Parkraum erachtet, was zu erheblichem Park- und Verkehrschaos führen könnte.
Intransparenz und Missachtung von Plänen / Richtlinien: Die Bauweise widerspricht dem gültigen Flächennutzungsplan 2030. Europäische Naturschutzrichtlinien sowie vorgeschriebene Umweltprüfungen werden nicht ausreichend berücksichtigt oder fehlen ganz.
3. Welche konkreten Baupläne kritisiert die BI-LSN?
Die BI-LSN kritisiert insbesondere die geplanten 7 dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser, die als sozialer Wohnungsbau errichtet werden sollen.
Insgesamt sind 62 Wohneinheiten vorgesehen, davon etwa 43 im Geschosswohnungsbau, auf einer Fläche, die in den letzten Jahren schrittweise um fast 50% auf 1,75 Hektar vergrößert wurde. Diese massive Verdichtung und die Errichtung mehrgeschossiger Gebäude werden als völlig untypisch für den dörflichen Charakter Schluttenbachs angesehen.
4. Inwiefern widersprechen die Planungen den geltenden Flächennutzungsplänen?
Die Planungen widersprechen den Flächennutzungsplänen in zweifacher Hinsicht:
FNP 2010 (gültig bis 2021): Dieser sah für das betreffende Gebiet keine Wohneinheiten im städtischen Baustil vor. Die aktuellen Pläne bedeuten eine massive Abweichung davon.
FNP 2030 (aktuell gültig): Dieser Plan sieht für das Baugebiet „Lange Straße Nord“ lediglich 9-10 Wohneinheiten im urbanen Baustil vor. Die aktuellen Planungen der Stadt sehen jedoch das 4,5-fache, also 43 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau von insgesamt 62 Einheiten, vor.
5. Welche Befürchtungen haben die Anwohner hinsichtlich der Infrastruktur und des Verkehrs?
Die Anwohner befürchten ein erhebliches Park- und Verkehrschaos im Ort. Dies resultiert aus der erwarteten Zunahme der Bevölkerung um bis zu 450 Personen bei gleichzeitig unzureichenden Verkehrsmaßnahmen (wie lediglich 13 neue Parkbuchten und Einbahnstraßenregelungen) und dem Fehlen jeglicher Investitionen in die Nahversorgung oder den öffentlichen Nahverkehr.
6. Wer sind die beteiligten Parteien in diesem Konflikt?
Die Hauptakteure sind:
Die Bürgerinitiative Lange Straße Nord (BI-LSN): Eine engagierte Gruppe von über 235 Bürgern aus Schluttenbach, die gegen die städtischen Baupläne protestiert und eine maßvolle Planung fordert.
Die Stadt (Ettlingen): Die planende und ausführende Behörde, die eine Grundstücksmehrheit von über 80% im betreffenden Gebiet hält und für die aktuellen Planungen verantwortlich ist. Die BI-LSN wirft der Stadt vor, vorrangig wirtschaftliche und politische Eigeninteressen zu verfolgen.
Anwohnerinnen und Anwohner im angrenzenden Wohngebiet: Sie sind direkt von den geplanten Bauvorhaben betroffen und befürchten negative Auswirkungen auf ihre Lebensqualität, insbesondere in Bezug auf Verkehr und Parkplätze.
7. Was fordert die Bürgerinitiative vom Planungsamt und vom OB?
Die Bürgerinitiative fordert eine Korrektur der Planung für das Neubaugebiet.
Sie verlangt eine maßvolle und nachhaltige Planung, die sich in den bestehenden Ortscharakter einfügt, Naturverträglichkeit gewährleistet und echte Bürgerbeteiligung ermöglicht. Die BI-LSN betont die Notwendigkeit von Transparenz und Mitsprache anstelle überdimensionierter Bauvorhaben, die auf Kosten der Lebensqualität gehen.
8. Welche Rolle spielen Umwelt- und Naturschutzaspekte in der Kritik der BI-LSN?
Die BI-LSN kritisiert, dass europäische Naturschutzrichtlinien in den Planungen nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Zudem bemängelt sie, dass die vorgeschriebenen Umweltprüfungen bis zum 21. August 2025 noch fehlen. Dies deutet darauf hin, dass die Initiative auch die potenziellen Umweltauswirkungen des großflächigen Neubaugebiets als erheblich und nicht ausreichend geprüft ansieht.