PRESSEMITTEILUNG der Bürgerinitiative Lange Straße Nord im Ettlinger Ortsteil Schluttenbach
Die Bürgerinitiative fordert die Korrektur der Planung eines überdimensionierten Neubaugebiets in Schluttenbach.
Schluttenbach, 15. September 2025 – Die Bürgerinitiative Lange Straße Nord (BI LSN) protestiert gegen die aktuellen Planungen eines großflächigen Neubaugebiets in Schluttenbach. Auf einer Fläche, die in den letzten Jahren schrittweise um fast 50% auf 1,75 Hektar vergrößert wurde, sollen gemäß Flächennutzungsplan (FNP) 2030, etwa 43 von den geplanten 62 Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau entstehen – eine massive Verdichtung im Vergleich zu null Wohneinheiten im städtischen Baustil, wie der bis 2021 gültige FNP 2010 vorsah.
Gerade die geplante Errichtung von sieben dreigeschossigen Mehrfamilienhäusern sieht die Bürgerinitiative besonders kritisch. „Das ist völlig untypisch für den dörflichen Charakter von Schluttenbach“, so die BI LSN. Durch die Neubauten, die zum Großteil als sozialer Wohnungsbau durch die Stadt errichtet werden sollen, wird ein Zuzug von bis zu 450 Neubürgern befürchtet – ein Anstieg der Dorfbevölkerung um rund 50%.
Fehlende Infrastruktur und unzureichende Verkehrsplanung
Die Bürgerinitiative bemängelt, dass keinerlei Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen sind, weder für die Nahversorgung noch für die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Auch die geplanten Verkehrsmaßnahmen, darunter Einbahnstraßenregelungen und lediglich 13 neue Parkbuchten, werden als völlig unzureichend und realitätsfern eingeschätzt. Anwohnerinnen und Anwohner im angrenzenden Wohngebiet rechnen daher mit einem erheblichen Park- und Verkehrschaos im Ort.
Kritik an Intransparenz und Missachtung des Flächennutzungsplans
Darüber hinaus widerspricht die geplante Bauweise laut BI LSN dem Flächennutzungsplan 2030, der im urbanen Baustil lediglich 9-10 Wohneinheiten für das Baugebiet „Lange Straße Nord“ vorsieht und nicht, wie geplant, das 4,5fache. Auch europäische Naturschutzrichtlinien werden in den Planungen nicht ausreichend berücksichtigt; vorgeschriebene Umweltprüfungen sowie Schall- und Verkehrsprüfungen fehlen bis heute. Die Stadt, die in dem Gebiet mittlerweile eine Grundstücksmehrheit von mehr als 80 Prozent hält, verfolge aus Sicht der Initiative vorrangig wirtschaftliche und politische Eigeninteressen.
Forderung nach maßvoller und nachhaltiger Planung
Die Bürger der Initiative fordern ein Neubaugebiet, das sich in den bestehenden Ortscharakter einfügt und auf Nachhaltigkeit, Naturverträglichkeit sowie Bürgerbeteiligung setzt. „Es bedürfe der Transparenz und Mitsprache – nicht überdimensionierter Bauvorhaben auf Kosten der Lebensqualität“, so die Sprecher der Initiative.
Bereits mehr als 195 Bürgerinnen und Bürger engagieren sich in der BI LSN. Die Initiative ruft alle Einwohner und Freunde der Initiative auf, sich aktiv oder passiv einzubringen, bevor unumkehrbare Fakten geschaffen werden.
Weitere Informationen:
Website: www.bi-langestrassenord.de
E-Mail: kontakt@bi-langestrassenord.de
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Bürgerinitiative Lange Straße Nord, kontakt@bi-langestrassenord.de
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