Zug- und Nahrungshabitat

Streuobstwiesen als Rastplatz für Zugvögel?

Warum Streuobstwiesen attraktiv sind
Die Kombination aus hohen Obstbäumen, Wiese, Hecken und Totholz bietet ein reiches Nahrungsangebot an Insekten, Spinnen und Samen. Alte, höhlenreiche Bäume liefern Schlafplätze und sichere Rückzugsorte, die von vielen Vogelarten als Zwischenstopp genutzt werden.

Die Streuobstwiesen bei Schluttenbach und dem Kreuzelberg werden ausdrücklich als perfektes Rast- und Nahrungshabitat für durchziehende Zugvögel beschrieben.

BI Langestraße Nord

Typische Vogelarten
Arten wie z. B. der Gartenrotschwanz oder der Neuntöter nutzen Streuobstwiesen als Brut- und Aufenthaltsraum; sie sind zugleich Zugvögel, die im Frühjahr und Sommer dort auftreten. In strukturreichen Agrarlandschaften mit Hecken, Feldgehölzen und Streuobstwiesen werden auch durchziehende Vögel in größerer Zahl beim Rasten beobachtet.

Bedingungen für gute Rastplätze
Extensiv bewirtschaftete Wiesen mit gestaffelter Mahd sichern das ganze Jahr über ein Insektenangebot und Deckung im Unterwuchs. Der Erhalt alter Obstbäume, das Belassen von Totholz und das Anlegen von Hecken oder Feldgehölzen steigern den Wert einer Streuobstwiese als Rastplatz deutlich.

Ergänzungen
Im Mosaik mit Feuchtflächen, Brachen und Feldern tragen Streuobstwiesen aber wesentlich dazu bei, dass Zugvögel entlang ihrer Route immer wieder „Trittsteine“ zum Rasten finden.

Sind auf den Streuobstwiesen in Schluttenbach Zugvögel zu finden?
Auf den Streuobstwiesen in Schluttenbach werden regelmäßig Zugvögel beobachtet. Die Flächen an der Hangkante zwischen Ettlingen und Malsch – einschließlich der Streuobstwiesen bei Schluttenbach und dem Kreuzelberg – werden ausdrücklich als perfektes Rast- und Nahrungshabitat für durchziehende Zugvögel beschrieben.

Konkrete Beobachtungen bei Schluttenbach
Für den Bereich „über dem Kreuzelberg und den Streuobstwiesen in Schluttenbach“ sind wiederholt ziehende Rotmilane, Kormorane, Kraniche und Graureiher dokumentiert worden. Ebenso, Bachstelzen, Braunkehlchen, Steinschmätzer und Buchfinken und andere Finkenarten. Bürgerinitiativen aus der Region halten seit mehreren Jahren das Rast- und Zuggeschehen an der Hangkante zwischen Ettlingen und Malsch fest, wobei die Streuobstwiesen ausdrücklich als genutzte Rast- und Nahrungsflächen genannt werde.

Warum der Standort geeignet ist
Die Kombination aus Hanglage, Thermik und strukturreicher Kulturlandschaft (Streuobstwiesen, Felder, Wald) macht den Bereich Schluttenbach / Kreuzelberg für ziehende Groß- und Kleinvögel attraktiv.
Die Streuobstwiesen bieten Insekten, Fallobst und Deckung, sodass sie von Zugvögeln sowohl zur Nahrungsaufnahme als auch als kurzzeitiger Rastplatz genutzt werden.
Im Herbst sind die Chancen auf sichtbaren Zug (z.B. Kranich- oder Greifvogelzüge über den Wiesen, aber genauso Kleinvögel wie Steinschmetzer, Braunkehlchen, Bachstelzen, viele Finkenarten) besonders gut, vor allem bei passender Wind- und Wetterlage.

Die folgenden Fotos stammen alle von unseren Streuobstwiesen. Sie wurden teilweise auf dem Gelände des Baugebiets oder direkt daneben aufgenommen.